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Abrüstung: 'Generation des Wandels' verpflichtet sich zum Engagement gegen Kernwaffen

Von Ronald Joshua

HIROSHIMA (IDN) – Eine neue 'Generation des Wandels' will nach jahrzehntelangen Diskussionen über nukleare Abrüstung dafür sorgen, dass den Worten Taten folgen. Es sei höchste Zeit, 70 Jahre nach den Atombombenanschlägen auf Hiroshima und Nagasaki die Welt endlich von den 16.000 bis 17.000 Atomwaffen zu befreien, die weiterhin "jeden einzelnen Menschen durch die Aussicht auf einen brutalen und inhumanen Tod bedrohen".

Wie die etwa 30 führende Jungaktivisten der Anti-Atombewegung aus mehr als 20 Staaten auf ihrem Treffen im japanischen Hiroshima weiter erklärten, sind Nuklearwaffen gefährliche Symbole eines vergangenen Zeitalters, "die keinen Platz in der Zukunft haben werden, die wir anstreben".

Weiter hieß es in der Abschlusserklärung des dreitägigen Treffens vom 30. August: "Wir, die Generation des Wandels, laden euch ein, dass ihr euch unserem kollektiven Aufruf zu handeln anschließt; wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie Atomwaffen weiterhin unser Leben und die künftigen Generationen bedrohen. Macht mit, werdet aktiv und gestaltet den Wandel!"

Das Treffen folgte auf die 25. Konferenz zu Abrüstungsfragen in Hiroshima, die das in Bangkok ansässige UN-Regionalzentrum für Frieden und Abrüstung in Asien und im Pazifik (UNRCPD) organisiert hatte. Es brachte die jungen Leute mit den überlebenden Opfern der Atomwaffenanschläge - Japans so genannten 'Hibakusha' - zusammen.

70 Jahre lang seien Reden gehalten und Erklärungen verbreitet worden, so die Teilnehmer des Jugendgipfels, die unter anderem aus Costa Rica, Deutschland, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Kenia, Lettland, aus der Mongolei, den Niederlanden, aus Österreich, Pakistan, den Philippinen, Rumänien, Thailand, Tunesien und den USA angereist waren. Doch noch immer sei die Welt eine "Geisel der Atomwaffen".

"Wir, junge Menschen aus aller Welt, werden den Mut aufbringen, für eine Einlösung der jahrzehntealten Versprechen über die Abschaffung der Nuklearwaffen zu sorgen. Wir müssen diese Bedrohung unserer gemeinsamen Zukunft beseitigen. Deshalb bitten wir euch, dass ihr euch der Generation des Wandels anschließt. Es ist an der Zeit, aktiv zu werden."

"Unsere Verantwortung, unser Recht"

Menschliche Sicherheit und Nachhaltigkeit ließen sich nicht erreichen, solange es Kernwaffen gebe. "Die Jugend erkennt das Potenzial für eine Welt ohne Atomwaffen, für eine Sicherheit, die nicht auf Angst und einer größeren Militarisierung gründet, sondern auf Diplomatie, Kooperation und Vertrauen. Die Abschaffung von Nuklearwaffen ist unsere Verantwortung und unser Recht. Wir werden nicht länger untätig bleiben und die Gelegenheit für eine Beseitigung der Kernwaffen nicht ungenutzt verstreichen lassen."

Die Generation des Wandels gelobte, sich weiterzubilden, um andere junge Menschen für diese Fragen zu sensibilisieren. "Werdet aktiv, erhebt eure Stimmen und treibt die nukleare Abrüstung in euren Gemeinschaften und Ländern voran", heißt es in ihrem Aufruf. "Gebt euer Wissen über die humanitären Folgen von Atomwaffen sowie die Erfahrungen der Hibakusha und der Atomtestüberlebenden weiter. Ermutigt andere, sich der Bewegung für nukleare Abrüstung anzuschließen und führt die Kampagnenteilnehmer zusammen. Fordert alle Staaten auf, Verhandlungen über ein internationales Abkommen für ein Verbot und die Beseitigung von Kernwaffen zu beginnen. Fordert eure gewählten Vertreter auf, auf nationaler Ebene Gesetze zu verabschieden, die die Produktion, Tests, Stationierung, Nutzung als Drohmittel und den Einsatz von Atomwaffen verbieten und unter Strafe stellen."

Die Abschlusserklärung des Jugendgipfels wurde von den stellvertretenden Vorsitzenden, Rick Wayman von der 'Nuclear Age Peace Foundation' (NAPF) und Anna Ikeda von 'Soka Gakkai International' (SGI) auf einem öffentlichen Forum mit rund 250 Teilnehmern präsentiert und dem Gesandten des UN-Generalsekretärs für Jugendfragen, Ahmad Alhendawi, übergeben. Dieser erklärte daraufhin: "Lasst uns die Generation sein, die den Frieden möglich macht."

Auf dem Forum wurde der Film eines Überlebenden der Atombombenanschläge gezeigt. Masaaki Tanabes Elternhaus stand in der Nähe des Ortes, an dem sich inzwischen das Friedensdenkmal von Hiroshima befindet. Mit seinem Film habe er die Folgen der Anschläge für die Opfer, Menschen aus Fleisch und Blut, zeigen wollen. "Ich will, dass die Mächtigen der Welt diese Wahrheit verinnerlichen", sagte er.

Das Treffen war unter anderem von Vertretern der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN),  von SGI und der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF) organisiert worden. Zu den Ko-Sponsoren zählten die Städte Hiroshima und Nagasaki, die Hiroshima-Stiftung für eine Kultur des Friedens, die Bürgermeister für den Frieden und viele anderen Organisationen.

Noboyuki Asai, Programmkoordinator für Friedensangelegenheiten des SGI - eines sozial engagierten buddhistischen Netzwerks für Frieden, Kultur und Bildung mit weltweit zwölf Millionen Mitgliedern, das seit 50 Jahren Kampagnen gegen Atomwaffen durchführt - erklärte: "Jugendliche haben ihr eigenes Potenzial, den Status Quo zu verändern. Die Welt hat 70 Jahre nach den Atombombenanschlägen über Hiroshima und Nagasaki einen kritischen Punkt erreicht. Es ist an der Zeit, dass sich junge Menschen auf der ganzen Welt zusammenschließen und einen Vorstoß hin zu einer Welt ohne Atomwaffen unternehmen." (Ende/IPS/ck/14.09.2015)

Bilder:

http://www.indepthnews.info/images/hiroshma_film.jpg

Zeitzeuge in einem Film über Hiroshima – Bild: International Press Syndicate

http://www.indepthnews.info/images/hiroshma_working_group.jpg

Sitzung einer Arbeitsgruppe der Jungaktivisten - Bild: International Press Syndicate

Link:

http://www.indepthnews.info/index.php/global-issues/2403-generation-of-change-pleads-for-walking-the-nuclear-abolition-talk